Das OLPC-Projekt in Ruanda

am 21. März 2011 in Erlebnisse, Fotos, Meinung, Politik, Wissen | 2 Kommentare

Fünf Tage lang war ich im Rahmen eines Projektaustausches innerhalb des DED / der GIZ in Byimana und habe dort Anfang März eine Woche lang mit David an einer Primarschule unterrichtet. Die dort stationierten Freiwilligen unterrichten ausschließlich an den OLPCs, die One-Laptop-Per-Child-Laptops oder auch als 100-Dollar-Laptops bekannt. Auch wenn Byimana ein schönes Städtchen (Dorf) ist, versuche ich mich in diesem Artikel auf die Laptops zu konzentrieren:

wasserdichte Tastatur

Wo geht's hin? Links oder rechts?

Eigentlich fängt dieser Blogeintrag schon viel früher an. Es muss das Jahr 2006 gewesen sein, in dem die erste Pressemitteilung das Netz durchströmte, dass man einen 100-Dollar-Laptop, speziell für Kinder und Schulen, entwickeln wolle. Unglaublich schnell war ich fasziniert, las mir ein unglaublich breites Wissen über diese gesamte Rechnerreihe an und fing sogar an die Software in einem Emulator zu testen und Testberichte auf dem Wiki des OLPC-Projektes auszufüllen. Keine große Arbeit, aber es zeigt, wie enthusiastisch ich damals war.

Unterm Strich wurde das Ziel des unter-100-Dollar-Laptops leider bis heute nicht erfüllt, aber der Laptop ist erschwinglich (129 Dollar?) und er leistet einiges.

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Das Maison des Jeunes Kimisagara

am 7. Januar 2011 in Meinung, Wissen | 1 Kommentar

Was schon seit längerem auf meiner To-Do-Liste steht, das sollte doch im neuen Jahr endlich mal erledigt werden. Die Frage und die Antwort darauf, wo ich hier eigentlich arbeite. Nicht alles lief hier direkt so, wie ich damit hätte zufrieden sein können, somit scheute ich mich anfangs immer über das Maison des Jeunes zu berichten. Aus Angst ich würde über Dinge schreiben, die ich im Nachhinein bereuen würde, weil es zu sehr die negativen Seiten hätte beleuchten können, begrüße ich euch jetzt im neuen Jahr (alles Gute nach Deutschland) und werde mich mal an das Maison des Jeunes begeben.

ein Platz für die Jugend

Jetzt gibt es aktuell noch ein neues Problem. Während sich meine Entsendeorganisation, der DED, im neuen Jahr mit der GTZ und InWent zusammengeschlossen hat und sich jetzt GiZ nennt (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit), hat sich auch im Maison des Jeunes etwas verändert. Die Gebäudestruktur des MJK gehörte schon immer dem Ministerium für Jugend und Sport, die Verwaltung überließ man allerdings dem „Forum des Jeunes Giramahoro“, wie sich auch noch auf dem Schild nachlesen lässt. Seit dem 1. Januar liegt die Verwaltung wieder bei der Regierung, was die Zukunft des MJKs noch etwas trüber erscheinen lässt. Weiter geht es auf jeden Fall – die Frage lautet noch: „Wie?“.

Aber jetzt zur Idee des Ganzen:

Das Maison des Jeunes Kimisagara ist ein öffentlicher Raum, der besonders Freizeitbeschäftigung für die umliegende Jugend bieten soll. Kimisagara und die umliegenden Viertel sind die wahrscheinlich ärmsten Kigalis. Auf dem Grundstück befinden sich ein Fußball- und Basketballplatz (gepflastert), eine Turnhalle (lackierter Betonboden), eine riesige Aula (3000 Stehplätze), eine Konferenzsaal, mehrere Aufbewahrungsräume, (m)ein Informatiksaal, sowie ungefähr 10 Büros für die verschiedenen Organisationen hier vor Ort. Vor dem Eingangstor befindet sich dann noch der Fußballplatz aus Asche, der also jederzeit offen ist.

Das Sport- und Freizeitangebot im Maison des Jeunes hängt zu großen Teilen davon ab, was die jeweiligen Organisationen anbieten. Größte Organisation ist hier ganz klar „Esperance“, ein Fußballverein, der sich mittlerweile auch dem Breitensport widmet. Auch mit Hilfe von zwei der derzeit vier deutschen Freiwilligen (nächstes Jahr wird es nur einen Freiwilligen hier geben), gibt es hier Fußball, Futsal (Fußball in der Halle mit besonderen Regeln), Basketball, Tischtennis, Fußballtheater und viele andere kleine Geschichten, beispielsweise auch AIDS-Aufklärung usw.

Dann gibt es hier ADAP – Anti Drug Association Path – mit dem man Jugendliche vor dem Drogenkonsum bewahren will. Außerdem HEZA, ein Jugendradio für den Frieden. Es gibt hier eine Rechtsberatung und Rechtsaufklärung.

Nebenbei kicken hier auch viele Leute in ihrer Freizeit. Zum Beispiel (sehr unregelmäßig) die Handballer, kleine Kinder, große Kinder und Erwachsene spielen Fußball. In der Turnhalle werden Aerobic-Kurse angeboten, die Aula wird sehr häufig gemietet. Vor allem für Hochzeiten und Hip-Hop-Konzerte. Nicht zu vergessen seien auch die Karateka und die Turner, sowie die beiden Bands die hier auch ab und zu mal üben.

Nicht alles, was hier angeboten wird, ist kostenlos, aber das meiste wird versucht kostenlos zu halten. Die Aerobic-Kurse werden aber zum Beispiel professionell angeboten und kosten Geld. Genauso kostet die Fremdnutzung der Hallen und Säle ebenfalls Geld, denn irgendwie müssen Strom, Wasser etc. ja auch bezahlt werden.

Interessant ist aber auch, dass niemand eigentlich in einem Satz knackig umschreiben könnte, was das Maison des Jeunes eigentlich ist. Für die meisten gab es das „halt schon immer“ und eine Liste mit allen angebotenen Programmen sucht man hier vergeblich. Ein bisschen ist es das Zwischending aus Selbstläufer und Verwaltung.

Und irgendwo dazwischen stehe ich.

Meine Aufgaben innerhalb des Maison des Jeunes beziehen sich auf die Verwaltung und Instandhaltung des Netzwerkes, sodass alle ins Internet können und die Drucker usw. funktionieren. Desweiteren versorge ich die Homepage des MJK mit Informationen (solange man sie mir denn einreicht). Und schlussendlich habe ich seit dem neuen Jahr meinen eigenen „erweiterten“ Computerkurs für Sekundarschüler. Für Sekundarschüler umsonst – weil sie eh schon für ihre Bildung bezahlen – und das Ganze mit dem Segen aller Beteiligten. Das hat lange gedauert…

Und worauf ich mich besonders freue ist die Zusammenarbeit mit ADAP, die ein Projekt aufziehen wollen, in dem Drogenprävention nicht nur mit Abschreckung, sondern vor allem mit Aufklärung zu tun haben soll – ohne, dass die Kids einschlafen. Es gibt Anfragen von der Polizei für ein solches Programm. Ich bin echt mal gespannt.

Ab Montag bin ich übrigens auf meinem Zwischenseminar. In 5 Tagen, bin ich hier 5 Monate. Uff…

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