Was ich über weltwärts denke

am 12. Mai 2010 um 23:44 in Politik, Vorbereitung, Web | bisher unkommentiert
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das offizielle weltwärts-Logo

Eigentlich wollte ich mir diesen Artikel für viel später aufheben und dann einen richtigen Knaller raushauen, aber nicht alles läuft so, wie man es möchte. Auslöser ist nun dieser Artikel: http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,694357,00.html

In dem Artikel geht es um die Tatsache, dass die Regierung, allen voran die FDP, die Mittel für weltwärts gekürzt hat. Kurios ist dabei, dass der Etat für 2010 dem von 2009 entspricht, nämlich etwa 29 Millionen Euro. Es handelt sich also objektiv um keine Kürzung sondern um eine Rücknahme von zuvor zugesicherten Födermitteln (für weitere Freiwillige in einer Höhe von 11 Millionen Euro). Allerdings von der vorigen Koalition zugesichert. So bleibt es jedem selbst überlassen, ob er die Kürzung für gut oder falsch hält. Schade finde ich es, dass Leute schon Zusagen erhielten und diese nun wieder entfallen.

Fest steht für mich, dass unser Land entschuldet werden muss. Die Rücknahme der Etatzusagen hätte man aber auch auf die „nächste Saison“ verschieben können. So wären Absagen nicht nötig gewesen. 11 Millionen Euro verliert unser Staat jede Stunde. Durch Zinsen.

Bis jetzt habe ich übrigens keine Absage erhalten und gehe davon aus hoffe, dass das auch so bleibt. Im Gegensatz zu Claudia Depka aus dem Spiegel-Artikel habe ich mich sehr früh beworben, das war Anfang Oktober 2009. Und da es sich beim DED um eine staatliche Organisation handelt – die nach ihrer eigenen Aussage im weltwärts-Programm eine Sonderstellung inne hält und eine Quote erfüllen muss – bin ich weiterhin guten Mutes. Wäre ja auch schade um die Domain…

Was ich von weltwärts halte?

Die Entscheidung, mich für weltwärts zu bewerben, traf ich irgendwann im Juli/August 2009.

Das war in einer Phase, in der ich wusste, dass ich langsam mal schauen muss, was nach dem Abitur kommt. Das Kreiswehrersatzamt hatte sich bereits gemeldet. Die ganze Stufe 12 ärgerte ich mich, dass ich das verflixte 11. Schuljahr nicht für einen Auslandsaufenthalt genutzt hatte. Also lag es nahe, die ausländischen Alternativen zu Wehr- / Zivildienst abzuklopfen. Schnell stieß ich dann auf weltwärts. Und schnell wusste ich, dass weltwärts die attraktivere Alternative für mich ist.

Bis ich mich bewerben konnte, mussten noch 1-2 Monate vergehen. Diese Zeit nutzte ich, um mich näher mit weltwärts zu beschäftigen. Für eine Bewerbung sprachen die zahlreichen weltwärts-Blogs – gegen eine Bewerbung die vernichtenden Kritiken.

Nicht selten stieß ich dann auf Argumentationen von Weltwärtslern, welche versuchten die Kritik ungültig zu machen. Die Versuche kamen mir immer sehr überhastet vor. Im Kern richtig, aber außer Acht lassend, dass die Contra-Argumente im Kern auch alle der Wahrheit entsprachen.

Im schlimmsten Fall wurde dann mit persönlichen Erlebnissen und Erfahrungen argumentiert. Diese subjektive Argumentation schadet jedoch der objektiven Auseinandersetzung. Schließlich wird in keinem Artikel ein Weltwärtsler persönlich angegriffen. Auf der anderen Seiten machen es die Kritiken mit hochstilisierten Stereotypen aber auch nicht besser.

Aber warum erzähle ich das eigentlich? Nun diese Einleitung war nötig um zu erklären, aus welcher Position ich auf das weltwärts-Programm schaue. Eine weitere Ausarbeitung und Stellungnahme zu Kritiken wird wegen Zeitmangels wohl auf einen zweiten Artikel ausfallen. [wird noch nachgereicht]

Und schließlich nochmal zum Spiegel-Artikel:

Der Artikel versucht Pro- und Contra-Argumente gegenüber zu stellen, aber differenziert nicht. So bleibt es bei einem Artikel, der sachliche mit subjektiven Argumenten vermengt und weltwärts als Entwicklungshelferdienst darstellt.

Aber verdammt, das ist er nicht.

„weltwärts […] versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht.“ Quelle


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