Expo? Rwanda? Yego!

am 31. August 2010 um 17:58 in Erlebnisse, Politik, Wissen | bisher unkommentiert

Mein Kinyarwanda

Seit 18 Tagen bin ich in Kigali und mein Kinyarwanda hat sich noch nicht merklich verbessert. Dafür mein Französisch; und mein Englisch rostet hier wenigstens nicht ein… Aber zum Glück braucht man auf einer ruandischen Expo nur Französisch und Englisch.

hier sind wir reingekommen

der Eingang

Die Expo

Es war fast wie ein Kulturschock. Menschenmassen, die mit kleinen Geschenken, touristischen Andenken und sonstigem Messekram über eine Ausstellung rasen, kannte ich bis jetzt nur von deutschen Messen. Hier präsentiert sich zwar kein Branche, aber dafür ein Land. Ruanda zeigt sich mit seiner Wirtschaft.

2010 findet die 13. ruandische Expo statt. Vom 26. August bis zum 6. September stellen sich hier die Global Player und die, die es mal werden wollen, aus. Mit dabei natürlich die drei Telekommunikationsunternehmen MTN, tigo und rwandatel, die Fluglinie Rwandair, der Tee und Kaffee-Exporteur “Cup of Excellence”, Rwandatelevision, der Bürgermeister Kigalis usw. Daneben auch viele überdachte Hallen, die alles, was sich im- oder exportieren lässt, ausstellen. Es war interessant!

Und die Ruander?

Auf der Expo treffen sich viele Ruander. Gefühlt traf ich etwa die Hälfte aller Ruanda, die ich bis jetzt schon kennen gelernt habe. Schöner Nebeneffekt: auch die sind wieder mit Freunden unterwegs, die man kennen lernt, mit denen man ins Gespräch kommt.

Dann wollte ich aber auch noch auf ein paar andere Aspekte eingehen:

Mobilfunker in Ruanda

In Ruanda gibt es derzeit 3 große Mobilfunkanbieter. MTN, tigo und rwandatel. rwandatel war eigentlich der Erste. Irgendwann kam dann MTN aus Südafrika und baute ein Netz auf. Und irgendwann dann wohl tigo. Ich habe übrigens MTN…

Kurz bevor wir hier in Ruanda ankamen fing tigo wohl mit einer neuen Kampagne an: tigo zu tigo kostet nur noch 10,8 10 RWF pro Minute. 1,5 cent, saugüngstig. MTN scheint aber noch standzuhalten. Sie sind sehr Business-orientiert, haben ein gutes Netz und viele Kunden. Derzeit erhält man beim Aufladen immer Boni, um mit tigo standhalten zu können. MTN zu MTN kostet pro Sekunde 0,8-1,27 RWF, also in der Minute etwas zwischen 48 und 80 RWF.

rwandatel startet derzeit Preisdumping...

3 RWF pro Minute

Jetzt hat rwandatel aber den Kampfpreis angegeben. Achwas Kampfpreis. Dumping. Der Konkurrenz aus Südafrika (MTN) und Belgien (tigo) muss man als ruandisches Unternehmen den Dolch durch den Bauch stoßen. rwandatel zu rwandatel kosten 3 RWF pro Minute. Das sind so 0,45 cent pro Minute. Seit dem Aktionsstart letzten Sonntag haben immer mehr Läden und Guthabenverkäufer auf der Straße rwandatel-Karten. Auf einmal wieder. Es gab sie eigentlich gar nicht mehr (haben mir einige gesagt). Ich habe die Vermutung, dass es sich hier um eine Investition in Marketing und Infrastruktur handelt, die erst gaaaaaanz spät Gewinne abwirft. Einzig allein, damit ruandisches Geld nicht ins Ausland geht. Ich bin mal gespannt, wie sich das entwickelt.

Rwandair

Die einzige ruandische Fluggesellschaft hatte einen Stand, der etwas bemerkenswertes bewarb. Für 150 Dollar nach Johannesburg. Naja und 150 auch wieder zurück. Aber trotzdem, ziemlich günstig. Lustige Bemerkung am Rand: das Bild, mit dem Rwandair für sich selber warb, zeigte einen weißen Piloten! :)

Vision 2020

Zum Abschluss waren wir dann noch am Stand der Stadt Kigali, die dort ihren “Kigali Master Plan” präsentiert. Ein ziemlich krasses Ding. Es ist realistisch zu sagen, dass nicht alles davon umsetzbar ist und auch, dass das nicht wirklich in 10 Jahren zu schaffen ist. Aber es heißt ja auch Vision und nicht Realität.

so soll es hier in 10 Jahren aussehen

Kigali Master Plan

Bereits vor meinem Abflug hatte ich mir im Internet auf der offiziellen Seite von Kigali den “Kigali Master Plan” von 2007 runtergeladen, allerdings habe ich ihn noch nicht richtig gelesen. Ich nehme mir mal für das nächste Jahr vor, darüber ausführlich zu berichten. Vorerst müssen die Fotos dafür herhalten, was ich eben noch nicht geschrieben habe.

Die Kontraste

Das Expo-Gelände ist sehr groß. In Kigali gibt es nicht besonders viele und vor allem nicht große Freiflächen. Die Expo wurde also auch direkt neben Wohnvierteln und Fabriken errichtet. Bei den Fotos unten kann man das deutlich sehen. Wir hatten eine Kleinigkeit gegessen und getrunken und mussten dafür an den äußeren Rand der Expo. Auf einmal saß man neben Leuten, die aus ihrem Garten der Expo folgten. Und irgendwie so gar nicht nach Messegelände aussahen…

Rwanda Expo 2010
9 Fotos
der Eingang
der Eingang
rwandatel startet derzeit Preisdumping...
rwandatel startet derzeit Preisdumping…
neben einem Dance Contest die größte Attraktion: das Karussell
neben einem Dance Contest die größte Attraktion: das Karussell
Mukimbia, wohnt mit uns im Haus; Rwandaview-Kandidat
Mukimbia, wohnt mit uns im Haus; Rwandaview-Kandidat
und direkt neben der Expo wohnen die Leute und schauen den Kontrasten zu
und direkt neben der Expo wohnen die Leute und schauen den Kontrasten zu
so hat man wohl früher in Ruanda Häuser gebaut
so hat man wohl früher in Ruanda Häuser gebaut
"Kigali Master Plan"
"Kigali Master Plan"
David und Mukimbia präsentieren die Vision 2020
David und Mukimbia präsentieren die Vision 2020
Christina, meine MJK-Mitfreiwillige und Mukimbia
Christina, meine MJK-Mitfreiwillige und Mukimbia
     


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