Mein Kinyarwanda
Seit 18 Tagen bin ich in Kigali und mein Kinyarwanda hat sich noch nicht merklich verbessert. Dafür mein Französisch; und mein Englisch rostet hier wenigstens nicht ein… Aber zum Glück braucht man auf einer ruandischen Expo nur Französisch und Englisch.
der Eingang
Die Expo
Es war fast wie ein Kulturschock. Menschenmassen, die mit kleinen Geschenken, touristischen Andenken und sonstigem Messekram über eine Ausstellung rasen, kannte ich bis jetzt nur von deutschen Messen. Hier präsentiert sich zwar kein Branche, aber dafür ein Land. Ruanda zeigt sich mit seiner Wirtschaft.
2010 findet die 13. ruandische Expo statt. Vom 26. August bis zum 6. September stellen sich hier die Global Player und die, die es mal werden wollen, aus. Mit dabei natürlich die drei Telekommunikationsunternehmen MTN, tigo und rwandatel, die Fluglinie Rwandair, der Tee und Kaffee-Exporteur “Cup of Excellence”, Rwandatelevision, der Bürgermeister Kigalis usw. Daneben auch viele überdachte Hallen, die alles, was sich im- oder exportieren lässt, ausstellen. Es war interessant!
Und die Ruander?
Auf der Expo treffen sich viele Ruander. Gefühlt traf ich etwa die Hälfte aller Ruanda, die ich bis jetzt schon kennen gelernt habe. Schöner Nebeneffekt: auch die sind wieder mit Freunden unterwegs, die man kennen lernt, mit denen man ins Gespräch kommt.
Dann wollte ich aber auch noch auf ein paar andere Aspekte eingehen:
Mobilfunker in Ruanda
In Ruanda gibt es derzeit 3 große Mobilfunkanbieter. MTN, tigo und rwandatel. rwandatel war eigentlich der Erste. Irgendwann kam dann MTN aus Südafrika und baute ein Netz auf. Und irgendwann dann wohl tigo. Ich habe übrigens MTN…
Kurz bevor wir hier in Ruanda ankamen fing tigo wohl mit einer neuen Kampagne an: tigo zu tigo kostet nur noch 10,8 10 RWF pro Minute. 1,5 cent, saugüngstig. MTN scheint aber noch standzuhalten. Sie sind sehr Business-orientiert, haben ein gutes Netz und viele Kunden. Derzeit erhält man beim Aufladen immer Boni, um mit tigo standhalten zu können. MTN zu MTN kostet pro Sekunde 0,8-1,27 RWF, also in der Minute etwas zwischen 48 und 80 RWF.
3 RWF pro Minute
Jetzt hat rwandatel aber den Kampfpreis angegeben. Achwas Kampfpreis. Dumping. Der Konkurrenz aus Südafrika (MTN) und Belgien (tigo) muss man als ruandisches Unternehmen den Dolch durch den Bauch stoßen. rwandatel zu rwandatel kosten 3 RWF pro Minute. Das sind so 0,45 cent pro Minute. Seit dem Aktionsstart letzten Sonntag haben immer mehr Läden und Guthabenverkäufer auf der Straße rwandatel-Karten. Auf einmal wieder. Es gab sie eigentlich gar nicht mehr (haben mir einige gesagt). Ich habe die Vermutung, dass es sich hier um eine Investition in Marketing und Infrastruktur handelt, die erst gaaaaaanz spät Gewinne abwirft. Einzig allein, damit ruandisches Geld nicht ins Ausland geht. Ich bin mal gespannt, wie sich das entwickelt.
Rwandair
Die einzige ruandische Fluggesellschaft hatte einen Stand, der etwas bemerkenswertes bewarb. Für 150 Dollar nach Johannesburg. Naja und 150 auch wieder zurück. Aber trotzdem, ziemlich günstig. Lustige Bemerkung am Rand: das Bild, mit dem Rwandair für sich selber warb, zeigte einen weißen Piloten!
Vision 2020
Zum Abschluss waren wir dann noch am Stand der Stadt Kigali, die dort ihren “Kigali Master Plan” präsentiert. Ein ziemlich krasses Ding. Es ist realistisch zu sagen, dass nicht alles davon umsetzbar ist und auch, dass das nicht wirklich in 10 Jahren zu schaffen ist. Aber es heißt ja auch Vision und nicht Realität.
Kigali Master Plan
Bereits vor meinem Abflug hatte ich mir im Internet auf der offiziellen Seite von Kigali den “Kigali Master Plan” von 2007 runtergeladen, allerdings habe ich ihn noch nicht richtig gelesen. Ich nehme mir mal für das nächste Jahr vor, darüber ausführlich zu berichten. Vorerst müssen die Fotos dafür herhalten, was ich eben noch nicht geschrieben habe.
Die Kontraste
Das Expo-Gelände ist sehr groß. In Kigali gibt es nicht besonders viele und vor allem nicht große Freiflächen. Die Expo wurde also auch direkt neben Wohnvierteln und Fabriken errichtet. Bei den Fotos unten kann man das deutlich sehen. Wir hatten eine Kleinigkeit gegessen und getrunken und mussten dafür an den äußeren Rand der Expo. Auf einmal saß man neben Leuten, die aus ihrem Garten der Expo folgten. Und irgendwie so gar nicht nach Messegelände aussahen…






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