Der Samurai im Akagera

am 3. Dezember 2010 um 17:17 in Erlebnisse, Fotos | bisher 5 Kommentare

Ein viel zu früher Morgen. „Wir fahren am Dienstag in den Akagera Nationalpark und wenn du Bock hast, kannst du mit kommen“, hatte mir Jakob Samstags nur gesagt. (Anmerkung: Auf diesem Wege schonmal ein Danke an Paul, meinen Kollegen, der meinen Kurs übernahm und meinen Direktor Donatien, der mich im Austausch mit dem vorangegangenen Samstag auch wirklich mitfahren ließ.)

im Akagera

wir und der Samurai

Jakob hatte Besuch von seinem Bruder Jonas. Die beiden waren bis dato nur in Burundi, Jakobs alter Wirkungsstätte, gewesen und wollten nochmal etwas von Ruanda sehen. Warum also nicht der Akagera?!

Der Akagera NP ist eine Savanne, die ursprünglich aus ~2500 km² Fläche bestand, dann im Zuge des Genozids auf ~1050 km² verkleinert werden musste. Für die Tourismusindustrie ist es entsprechend schwer, den sowieso schon kleinen Park gegenüber anderen ostafrikanischen Größen zu vermarkten. Während unseres „Game Drives“ sahen wir keinen einzigen anderen Touristen. „Die kommen eher am Wochenende“, sagte unser Guide dazu.

Im Osten des Landes streckt sich der Park vom Norden in den Süden. Im Südteil gibt es noch das alte Hotel, im Norden soll in nächster Zeit wieder eins gebaut werden.

Aber kommen wir wieder zum wesentlichen Geschehen zurück. Die beiden J’s hatten einen Kontakt zu einer Frau bekommen, die einen Suzuki Samurai für 10.000 RWF / Tag vermietet. Das klappte auch und um 5.30 Uhr traf ich mich dann mit den beiden am Roundabout in Kigali. Öff, öff, öff und ein bisschen Muffel. „Komm steig hinten ein“. Der Uhrzeit entsprechend elegant, bewegte ich mich am Plastik-Interieur der 80er vorbei und nahm Platz im wohl mobilsten Sofa Ruandas. „Der stinkt gewaltig“, sagte Jonas, der am Steuer saß und hatte Recht: der Öl- und Benzingeruch war durchaus benebelnd.

Nachdem auch der 35-Liter-Großraumtank des Samurais befüllt war, irrten wir noch ein bisschen durch Kigali, bis wir dann endlich die Straße zum Akagera gefunden hatten. Nach etwa drei Stunden waren wir dann da. Dass der Samurai trotz des kleinen Tankvolumens kein Spritsparer war, merkten wir übrigens auch… bei der letzten Tankstelle vorm Park nochmal tanken: wichtig!

Dann ab auf die Buckelpiste. Hier machten sich die losen Schrauben, ächzenden Federn und lockeren Türen so richtig bemerkbar. Was ein Traumgefährt – die Ludolfs wären stolz gewesen.

In der Parkstation angekommen (übrigens 30 Dollar für Ausländer, 20 Dollar für Foreign Residents + unter 10 Dollar für Auto und evtl. Fahrer), bekamen wir dann Charles zugewiesen, der sich mit ins Auto setzte und dann ging meine erste Safari los. Ich sah über den Tag einen Haufen Tiere… Giraffen, Zebras, Hippos, 5 verschiedene Antilopenarten, Krokodile, bunte Vögel, Wasserbüffel, Warzenschweine, Marabus und zwei verschiedene Affenarten (Liste ist nicht vollständig!).

Da unser Samurai nicht ausreichend Distanz hatte, konnten wir nur den Südteil des Parks besichtigen. Im Nordteil, versprach Charles, gibt es noch mehr Tiere. Aber 5 Stunden ohne Tankstelle? Man könnte behaupten, der Samurai ist addicted! Die Radaufhängung klapperte übrigens auch verdächtig mit dem rechten Scheinwerfer um die Wette.

Zum Mittag dann im Akagera Hotel zwei Käffchen und ein Saft, für die drei Herren. Das Hotel, noch vor dem Genozid gebaut, wird derzeit leicht modifiziert. Den Charme der 80er konnten wir dennoch spüren. Interessant auch das Bedienungsverhältnis: 1 zu 2. Mit den beiden anderen Touristen, die wir entdeckten, stellten wir 5 Kunden, auf die dann 10 Angestellte überall hin- und herhuschten. Vielleicht ist also an Wochenende wirklich was los. 😉

Irgendwann war der Tank dann deutlich mehr als halbleer. Wir ließen uns noch auf den Vorschlag ein, die Elefanten zu suchen, aber die Mistkerle wollten nichts mit uns zu tun haben. Damit endete dann unsere Tour. Charles nahmen wir noch mit, denn er wohnt in einem Haus auf unserem Rückweg.

„Ich bin ja überrascht, dass bis hierhin alles so gut geklappt hat“, meinte Jonas und wurde eigentlich noch bei „überrascht“ von Jakob unterbrochen: „man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“. Es fing an zu regnen.

Der Scheibenwischer auf der Beifahrerseite funktionierte…

ein herrliches Bild 😀 – Jakob entschied sich übrigens für die Variante „manuelles Scheibenwischen“.

Mit Tankanzeige „Status lila“, erreichten wir besagte Tankstelle, für die letzte Fahrt auftanken. Wir kamen heil in Kigali an.

Erstes Fazit: Hippos sind derbe chillige Tiere.

Zweites Fazit: Was nicht tüvt, das fährt.
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5
Kommentare
Almut
3. Dezember 2010
19:26 Uhr

Oh, Henrik, wie schön. Bin ganz begeistert von deinen Bildern!
Durch die Regenzeit ist auch alles sicher besonders grün.
Hier schneits!!!
Alles Liebe Almut

Opa
4. Dezember 2010
00:17 Uhr

Ich finde toll,was Du so alles machst und erlebst.
Afrika war ganz weit weg, es kommt mit jetzt ein wenig näher.
Weiter so, dank Internet (und anderem) wird die Welt transparenter
Mach et jood! Opa

regina nogly
10. Dezember 2010
17:27 Uhr

Hallo Henrik,
schöne Bilder.Haben in mir spontan Erinnerungen an unseren
Urlaub in Südafrika geweckt,wo ich u.a. mit Mann und Tochter
eine Woche den Krüger Nationalpark bereist habe.Ist erst
4 Monate her,kommt mir aber angesichts der Schneemassen,die
wir z.Z. haben, ganz unwirklich vor.
Weiterhin viel Spaß…
Regina N.

jakob
15. Dezember 2010
06:38 Uhr

Ganz schön durchgebumste Hose!

Henrik
17. Dezember 2010
13:29 Uhr

Danke Jakob… und schön, dass sie mal auf meiner Website vorbeigeschaut haben, Frau N. – oder Regina 😉

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