Was? In Gisenyi arbeiten?

am 17. Dezember 2010 um 14:51 in Erlebnisse, Web | bisher unkommentiert

Ja, ich bin verrückt. Oder vielleicht auch nicht. Ich habe in Gisenyi gearbeitet. Eine ganze Woche lang Gisenyi.

Hier war ich morgens schwimmen.

ein Haus direkt am Kivusee

Gisenyi liegt im Nordwesten Ruandas, etwa drei- bis dreieinhalb Stunden Auto- / Busfahrt von Kigali entfernt. Gisenyis Stadtkern geht fast Hand in Hand mit der wohl wichtigsten Handelsstadt der Demokratischen Republik Kongo, Goma. Goma und Gisenyi liegen beide direkt am Kivusee. Der Kivusee zeichnet sich wiederum durch ein Methangasvorkommen aus, welches von den umliegenden Vulkanen nahezu unendlich geliefert wird. Ich bin kein Geologe, aber irgendwie funktioniert es so, dass die heißen Erdmassen unter der Erde Methan ausstoßen, welches sich unter dem Kivusee sammelt. Das hat seine Vor- und Nachteile.

Der erste Vorteil ist, dass der Kivusee durch das Methan als Bilharziose-frei gilt; damit ist er der einzige See, der in Ostafrika offiziell schwimmbar ist.

Der zweite Vorteil ist das Methan an sich. Zurzeit läuft ein (ich glaube) 6 MW-Methangas-Kraftwerk in einer Testphase, welches bald durch ein 30 MW-Kraftwerk erweitert werden soll. Das größte Kraftwerk ist in Ruanda derzeit das 27 MW-Diesel-Kraftwerk, welches in der Nähe von Kigali betrieben wird. Klimawandel, olé. Man bedenke, dass der Diesel von Kenia aus erst per Laster ins Land gefahren werden muss…

Doch wo Leute Vorteile erahnen gibt es auch die Neider. Das Methan liegt unter dem Kivusee, der auch an den Kongo grenzt. Und natürlich hat Uganda auch schon längst Anspruch gemeldet.

Und dann wäre da noch die Gefahr des Methangases. Letztlich konnte man noch etwas von der „Gefahr des Gases“ in der TAZ lesen. Manchmal steigen zum Beispiel so kleine Bläschen aus dem See… (Anmerkung: Wer Geologe ist oder den Link zum Artikel hat, fühle sich frei meine Wissenlücken in Form von Kommentaren auszuradieren.)

die alte Homepage

die alte Homepage

Aber genug von Fakten. Es ist etwas mehr als einen Monat her, als mich Friederike, eine der vier Freiwilliginnen im Projekt von „Vision Jeunesse Nouvelle“ fragte, ob ich nicht helfen könnte, eine neue Homepage zu implementieren. Ich war natürlich sofort hellauf begeistert. Eine Woche in Gisenyi, zumal in einem Haus, welches direkt am Kivusee liegt – der ja auch noch schwimmbar ist 😉 – das klang nach einer guten Idee.

Im Voraus galt es noch einige Probleme zu klären. Passwörter, Serverzugänge und so weiter. Die jeweiligen Daten konnte sich Friederike dann noch rechtzeitig vor ihrem eigenen Urlaub (Grüße nach Mauritius) besorgen und bevor ich noch in Gisenyi ankam, war das Grundgerüst installiert.

Eine Woche arbeitete ich dann in Gisenyi. Wir besprachen Design, Inhalt und Anzahl der Sprachen, was ich anschließend immer wieder versuchte zu implementieren. Als CMS nutzte ich CMSimple XH, welches schon mit den Sprachen Englisch und Französisch ausgeliefert wird und besonders einfache Möglichkeiten bietet, eine weitere Sprache zu installieren. Kinyarwanda sollte ja nicht fehlen.

die neue Homepage

die neue Homepage

Leider ist die neue Homepage noch nicht ganz fertig. Es fehlen noch Fotos und auch der Inhalt ist noch nicht vollständig übersetzt. Derzeit ist noch die alte Homepage online, welche sich – wie dann bald die Neue – unter www.visionjeunesse-rwanda.org erreichen lässt. Ein Teil der Arbeit lässt sich hier in Kigali erledigen. Aber vielleicht fahre ich auch nochmal nach Gisenyi – mal schauen. Ist echt schön dort…

Während ich in Gisenyi war, fand dort übrigens auch die Konferenz der Tutoren und Direktoren von Partnerorganisationen des DED statt. Dort wurde ich als positives Beispiel für „Freiwilligenaustausch“ genannt. Tut mir Leid Mädels, es gibt leider keine Gründe, warum ich nicht nochmal zu euch kommen sollte.

Und jeden morgen schwimmen gehe 🙂


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